horst schwickerathHorst Schwickerath

Liebe Leserinnen und Leser,


Jetzt ist es mir schon zum vierten Mal passiert, aber gewöhnen kann ich mich daran irgendwie nicht. Nach zu vielen Stunden vor den Monitoren ging ich mal wieder zu einer manuellen Beschäftigung über. Die Kacheln in einem kleinen Bad eines Appartements sollten nun endlich verfugt werden – zumal sie schon weit über eine Woche auf ihre Fertigung warteten. Mit dem Werkzeug bepackt, die Außentreppe hoch steigend, sah ich sie erst nicht, die kleine dunkle Katze mit dem kurzen Schwanz. Als ich an ihr vorbei ging und sie nach evtl. versteckten Kindern befragte, fiel mir die Zunge auf – die etwas Unnatürliches hatte. Aber erst einen Schritt später machte es klick. Ich stellte das Werkzeug ab und wendete mich der „Kleinen“ zu. Die Einzelheiten, die ich nun bei genauerem Hinschauen sah, möchte ich Ihnen ersparen.
Dieses junge Tier der Gattung Felis silvestris catus (die schon Cleopatra bezirzt haben sollen), saß nun vor mir und verabschiedete sich von mir. Und das nota bene, obwohl meine Katzen von mir nicht als „die so geliebten Hauskatzen“ gehalten werden – sie dürfen eben nicht in das Haus. Diese junge Katze hat es in ihren Genen, sich, wenn sie ihr Ableben spürt, „à bientôt“ zu sagen.
Man sagt den Hunden nach, dass sie „die treuen Seelen des Menschen“ seien – was sicherlich ein Fünkchen Wahrheit beinhaltet – aber eine solche Geste, wie mir dieses nun zum vierten Mal passierte, beinhaltet eine kulturelle Entwicklung, die ich bei diesen kleinen Raubtieren nicht erwartet hätte. Denn bekanntlich lernen und machen Katzen nur was ihnen gefällt und das ist Fressen, nicht aber gehorchen. Dass sie ein soziales Leben haben, kann man schon daran erkennen, wie sie sich untereinander begrüßen und dazu die Köpfe aneinander reiben. Aber sich von der Hand, die sie füttert, zu verabschieden, bevor sie sich umdrehen und ins Nirwana verschwinden – hat schon etwas sehr Spezielles.



Meine Wege führten mich in jüngster Vergangenheit nach Wien, Ungarn und Cluj-Napoca (Klausenburg) in Rumänien. Erfreut war ich –mein letzter Besuch liegt vier Jahre zurück – das nun sicherlich schon länger fertiggestellte „Honbu-Dojo des Aikikai-Rumänien“ zu sehen. Auch hat sich  die wirtschaftliche Entwicklung Rumäniens, laut Dorin Marchis (Präsident des Aikikai), sehr verwestlicht, dank der finanziellen Unterstützung durch die EU. Sicherlich empfindet man eine  Fahrt durch Rumänien noch immer als nostalgisch … aber ohne diesen Eindruck wäre es nicht ein Teil des Ostens von Europa, zumindest in meiner Vorstellung dessen.
Anderseits ist in diesem Teil des Ostens, in Cluj, ein wahres Lehrgangsparadies. Was Dorin hier anbietet, ist nach meiner bisherigen Erfahrung einzigartig. So besuchte ich das Bridge-Seminar mit Hiroshi Ikeda, welches auch hier einen fruchtbaren Boden fand. Eine Besonderheit fiel mir wieder auf, die menschliche Wärme, die man in Rumänien verspürt – dieses wurde am Lehrer- und Gästetisch, im japanischen Restaurant, mehrfach kundgetan.
Lesen Sie dazu einige kleinere Interviews.



Markus lässt uns Formqualitäten erfahren …; Thomas Christaller weist auf Angriff und Ukemi hin …; aus der Schweiz erfahren wir etwas von Grauen Wölfen …;  Alice hat aus einem uns überlassenen Interview mit Nadeau das Transcript erstellt und übersetzt …; im Dezember führte ich in Hannover mit Ursula und Kenji Hayashi ein Gespräch …; und vieles mehr – was Ihnen hoffentlich Freude macht.



Wir möchten für 2015 einen Kalender im A4 Format anbieten – vielleicht möchten Sie uns einige Bild-Objekte vorschlagen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge …



     Die  Mannschaft und Ihr Horst Schwickerath


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