Horst Schwickerath

Liebe Leserinnen und Leser,

Mit dieser Dezemberausgabe, der Nr. 1/2014, befindet sich das AJ im 20. Jahr!

Nie hätte ich gedacht, als von mir die „ersten Word(!)-Dateien“ beschrieben und im Juni-Juli 1994 archiviert wurden, dass je eine 20 im Erscheinungsdatum stehen würde.

Über diesen Verlauf könnte ich viele Zeilen füllen, was zum Lachen aber auch zur Verwunderung beitragen könnte. Unvergessen, quasi sehr lebendig sind mir die Worte, des im vergangen Jahr verstorbenen Hans Hohenadel, im Ohr: „… das ist doch wunderbar, dass du das AJ herausgibst, nur das ist wichtig. Alles andere, von A wie Kritik, bis Z wie Neid ist doch genauso wurscht wie irgendwelche Fehler im Text.“
Wie die Worte eines der ersten Käufer des AJ: „… ach du gibst das heraus? Gab es schon Ärger und Streit, sind die ersten Freundschaften schon gekündigt?“ Ich verstand nicht und fragte, „Was, ähh wie“? „Nun“, antwortete er mir, „ich habe auch einmal ein Journal heraus gegeben … würde dies aber nicht wieder tun!“

Ein Psychologe würde sich sicherlich vor Freude die Hände reiben, wenn ich meine Erfahrungen über Harmonie und Ideologien niederschreiben würde.

 Aber in 100 Jahren sehe ich es sicherlich anders. So wie heute in den Medien der 100. Geburtstag Albert Camus gefeiert wird. War er doch kein unumstrittener Geist, seine Botschaften der Freiheit und Vernunft in einer Europäischen Welt der Gewalt und des Absurden, fand nicht uneingeschränkt Akzeptanz. Er war ein Kämpfer mit der Feder, der unbeirrbar weder Ideologien noch Intrigen oblag. Denn gerade wo Ideologien herrschen, schaltet der Mensch seine Vernunft aus.

Dies erleben wir gerade heute in vielfältiger Form, wo wir doch meinen sollten, dass das Jahr 2013 geschrieben wird. Weshalb sucht der Mensch noch in unsrer heutigen Zeit Ideologien – weshalb ideologisiert er sein Tun zu gerne? Mangelt es an Vertrauen in uns selbst, dass wir Ideologien benötigen?

Der 2002 verstorbene Philosoph Hans-Georg Gadamer definierte Hermeneutik als die Kunst des Zuhörens oder die Kunst zu hören. Unsere tägliche Sprache, unser Verhalten selbst ist voll von Beziehungen vertrauenswürdiger Freunde, die uns in Richtung eines wirtschaftlichen Verständnisses führen.
Das Wertefreie aber wäre Reines.


Aber lassen Sie mich auf diese Ausgabe zurückkommen, denn die 48 Seiten sind dieses Mal zuwenig … es sollten viele mehr sein – aber das Üben von Einschränkung, vor allen zum Jahresende ist auch eine angenehme Disziplin.


Lesen Sie die Interviews, die wir mit András, Yukio und Donevan machten … – um die Interviews von Bernhard Wardein aus Wien und Hiroshi Ikeda, da sie bereits angekündigt waren, auch vorzustellen, haben wir uns entschlossen sie mehr als zu halbieren. So müssen wir Sie um Verständnis bitten und Sie auf die Fortsetzung in der Märzausgabe vertrösten. Gleiches gilt auch für zwei noch ausstehende Artikel über den Einfluss der Lehrer.


Rollen Sie gut in das bevorstehende 2014 und wir wünschen Ihnrn besonders angenehme Feiertage …



     Ihr Horst Schwickerath und Mannschaft

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