Horst Schwickerath

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auf unserer Website informierten wir sie bereits seit Juli über den plötzlichen Tod von Nobuyoshi Tamura Sensei, sowie seiner Beisetzung in Aix-en-Provence.

Für viele ist sein Ableben überraschend und scheinbar nicht glaubhaft. In der Aikidowelt ist eine Leere entstanden.

Es hat eben der Krebs zugeschlagen, zufällig und irrational. Und so sagt die öffentliche Aufmerksamkeit über ihn, den Verstorbenen weniger aus, als über uns. Warum empfinden wir manchmal, wenn ein öffentlicher Mensch stirbt, eine fast private Vertrautheit, obwohl nur ein Bekannter für uns, den wir nicht wirklich kennen – eine eigentlich unangebrachte Liebe aus großer Ferne und in kühner Projektion?

Natürlich gibt es oft falsches Spektakel, wenn ein Prominenter stirbt. Doch wenn uns trotz Spektakel ein Lebensfunke des Verstorbenen berührt, sind wir gerührt.

Noch im Sterben lässt sich mit dem Lebensfunken spielen.

Die Widersetzlichkeit im Leben konnte uns für Momente weismachen, man könne sich selbst dem Tod widersetzen. Wo dann behutsam, sogar liebevoll, vom Leiden gesprochen wird, da kommen wir auch den Toten nahe, über die im Alltag keiner spricht: die Menschen, die wir selbst im Laufe unseres Lebens verloren haben.

Nach solchen Erlebnissen ist die Sehnsucht nach einer Macht groß, die den Tod überwinden möge.



Wir baten unseren Ehrenpräsidenten Stéphane Benedetti um ein Nachwort, welches Sie auf den folgenden Seiten dieser neuen Ausgabe lesen können.

Das Leben geht weiter, so war es für mich schön zu sehen, dass Madame Tamura auf dem Sommer-Lehrgang in La Colle sur Loup, den nun Yamada Sensei leitet „gewohnheitsmäßig“ trainierte. Trotz des Verlustes schien die Teilnehmerzahl der Aikidokas dieselbe zu sein. Schön. Allerdings ist schon jetzt bemerkbar, dass eine gewisse Ellenbogen-Platzhirschmentalität im Einsatz ist.

Wir haben wegen dieser traurigem Anlässe unser Programm einwenig geändert, und bitten um Verständnis.

Die Urlaubszeit ist vorüber, der Alltag hat wieder seine Fänge ausgefahren. Um so mehr hoffe ich für Sie alle, dass Sie die Erholung noch in sich tragen…

Weiter lesen Sie in dieser Ausgabe einige Reportagen, sowie die Interviews mit Igor Shmygin aus Kiev sowie Yukimitsu Kobayashi Sensei, der professioneller Aikidolehrer des Honbu Dojos ist. Dann stelle ich Ihnen Wolfgang Fürst aus Wien vor, wir haben uns vor vielen Jahren über seine Aikido-Online-Diskussionsliste kennen gelernt – später hat das AJ seine eigene Liste geführt… All diese Diskussionslisten sind, zum Glück, nach und nach zu Schläfern geworden – denn der tägliche Zeitaufwand war immens. Wolfgang gründete vor vielen Jahren das Enshiro Dojo in Salzburg, in dem dann auch der zweite „Cyber-Stage“ stattfand. Nun können Sie weiterlesen …



Voilà, für alle Abonnenten liegt wie jedes Jahr, dieser 4. Ausgabe, die Abo-Rechung für 2011 bei – ohne RHG verlässt kein Abonnenten-Journal das Haus!


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