Horst Schwickerath

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Kausalität – alles ist relativ

Der Grund für meine Handeln war meine Entscheidung so zu handeln – Da aber nicht bewiesen ist, dass wir einen freien Willen besitzen, wissen wir auch nicht, dass unsere Aussage eine sprachliche Ungenauigkeit darstellt, wir meinen nur, uns frei zu fühlen. Nicht zuletzt deshalb hat die Frage zur Kausalität schon immer auch Philosophen stark beschäftigt. Kausale Erklärungsmuster gibt es nicht nur in der Wissenschaft, sie stellen auch einen wichtigen Bestandteil in unserem alltäglichen Leben in der Kommunikation dar.

Nur wie man seine Vergangenheit betrachtet, kann man die Gegenwart und die Zukunft bestimmen.

Wenn wir im Voraus wüssten, welches Blatt wir bekommen, würden wir einen Plan entwickeln, wie wir unsere Karten ausspielen.

Sie definieren das als einen Schatz, was sie sehen können, denn das ist es, was man sie lehrt: den Ausgang der Dinge zu betrachten. Das Ziel. Was sie nicht erkennen, ist, dass der Schatz in dem Prozess liegt, im Weg. Darin, was man mit dem anfängt, was man hat. Nicht darin, was man anzuhäufen vermag.

Vor wenigen Tagen erhielt ich eine E-mail aus der Schweiz. Der Absender schickte mir einen Link, mir der Frage, wer da Aikido mache… Es ging um eine Sendung im Deutschen Fernsehen. Ich wusste nicht wer da Aikido demonstrierte. In der Sendung wurde behauptet, dass die Deutsch Kanzlerin A. Merkel Aikido praktiziere. So wird jetzt wohl aus der Kanzlerin, eine Eiserne-Kanzlerin.



Um zu verstehen, wie Merkel ihre Macht erobern konnte, sollte man die japanische Kampfsportart Aikido studieren. Sie besteht aus einer zentralen Kunst: sich dem Gegner nicht entgegenzustellen, sondern ihn ins Leere laufen zu lassen und seine Energie so umzulenken, dass diese Energie den Angreifer selbst trifft. E. Stoiber, F. Merz und G. Schröder können davon ein Lied singen. Sie alle haben Merkel auf ihre Art angegriffen, ohne sie provozieren zu können. Sie alle mussten lernen, wie sich ihre Attacken gegen sie selber richteten. Es sieht eben peinlich aus, wenn einer raufen will und die andere partout drüber lächelt – schrieb einst die Süddeutsche Zeitung. Dieser Tage mussten wieder einige Herren daran glauben, bzw. ihren Hut nehmen und gehen.


Ob Frau Merkel nun wirklich Aikido praktiziert, ist immer noch rätselhaft. Alleine schon die Tatsache, dass Aikido, vor der Öffnung, des „Eisernen Vorhanges“ 1989, in der DDR nicht gerade „verbreitet“ war – so ist auch die Möglichkeit für Frau Merkel eingeschränkt gewesen. Es ist wohl eher als Metapher auf zufassen … so aber war Aikido in aller Ohren.

Wieder interessant waren meine Gespräche die ich Anfang Mai in Paris führte. Zwei unserer Gesprächspartner ließen klar erkennen, dass sie nicht geneigt sind die Interessen der Verbände mitzutragen. Die zweite Generation ist offener, unarroganter und den politischen Spielen der Verbande abgeneigt. Dazu fällt mir allerdings auch unser Ehrenpräsident Stéphane Benedetti ein, der sich zwischen der ersten und zweiten Generation befindet, sich aus meiner Sicht aber schon seit Jahren, als er noch in Frankreich lebte weigerte, die Interessen FFAB zu teilten.

Ein Wechsel darf kommen – es kann nur besser werden!

Offenheit, Kommunikation – Akzeptanz – nach Zusammenstoß Ernüchterung

Viel Freude bei der vorliegenden Literatur – auch mit den ersten Teil meines Gespräches mit Rolf Zuberbühler aus Zürich – und genießen Sie den bevorstehenden Sommer, vielleicht auf einen der vielen angebotenen Stage.




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