Horst Schwickerath

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit der Ihnen vorliegenden Ausgabe geht das fünfzehnte Jahr des AJ zu Ende !

Um ein besseres und pünktliches Erscheinen des Aikidojournals zu garantieren, haben wir uns für vierteljährige Ausgaben entschlossen – auch damit die Abonnenten und Leser durch das regelmäßige Erscheinen die Möglichkeit haben, die Feder zu ergreifen – in den meisten Fällen wird die Tastatur die Feder ersetzen – um nicht nur Leserbriefe an uns schreiben zu können… Das vierteljährige Erscheinen zwingt uns einen dreimonatlichen Lebensrhythmus auf, gefüllt mit Vorbereitungen für Interviews, diese selbst, Reportagen, Bilderbearbeitung, Texte, Verwaltung samt Rechnungen und um das Eigentliche nicht zu vergessen, dem Erstellen des Journals.

Sie lesen drei Interviews, eines mit Hans-Jürgen Klages, der ein Dojo in Köln führt und über 40 Jahre auf der Tatami weilt. Zenon Kokowski, der ein Dojo in Frankfurt-Höchst leitet, erzählt uns von seinem Versuch, sein Ego zu bekämpfen – seine Frau hilft dabei! Und Georg Gallati aus Luzern weiß von schönen japanischen Dingen neben dem Aikido zu berichten.

Unter der Rubrik Essay haben wir zwei scheinbar wunderbar unterschiedliche Aussagen. Jens-Uwe schreibt in seinem Essay, „Einmal Ikkyo … Gibt es ein Aikido nach dem Aikido“, seine Feststellung: Es gibt also ein Aikido nach dem Aikido, denn Aikido hat vielleicht physische Grenzen aber mental ist es grenzenlos. Bei Frau Annett Schmittendorf lesen wir ihre Überlegungen über und um die Franklinmethode – Das Wissen allein über den Körper verbessert eine Bewegung nicht, es ist höchstens ein Ausgangspunkt. … erst ein Umsetzten in das Körpererlebnis … kann das Bewegungsprogramm verbessern. Im ersten Augenblick scheinen beide Aussagen widersprüchlich zu sein – beide Aussagen aber fallen in das Gebiet der kognitiven Psychologie. Etwas „erfahren“ ist nicht gleichzusetzen mit „lernen“ – das Lernen korreliert mit der kognitiven Kompetenz und dies steht im Verhältnis zu der Sozialisation des Lernenden – ich möchte aber nicht vorgreifen, vielleicht wollen sie uns ja Ihre Gedanken dazu mitteilen.

 

Noch nie konnten so viele Menschen nach ihrer Façon selig werden wie heute. Denken wir nur an die Geländewagenfahrer in den Metropolen. Der eine kommt im Stadtverkehr mit dem Standardmodell „Kandahar“ ohne Seilwinde und Fenstergrill gut zurecht. Der andere braucht für den täglichen Stau einen „Killbill DeLuxe“ mit schusssicheren Reifen und Rammschutz für Siegertypen. Daran sieht man, dass nicht alle Menschen gleich sind und im Leben dasselbe benötigen.

Vielleicht gefällt Ihnen mein Risiko-Artikel, den ich schon mehrfach begann um ihn im Enteffekt neu zu schreiben da er im Nirwana der Daten abgetaucht war…

Gut und passend gefielen mir zwei Sätze in der Reportage von Pater Jonathan, der jetzt in Kloster Damme, nördlich von Osnabrück weilt. Er schrieb: Da es beim Aikido jedoch nicht um Wettkampf und damit um Sieg und Niederlage geht, haben alle TeilnehmerInnen ihre je eigene Zeit, um bei den einzelnen Übungen die für sie wichtigen Erfahrungen zu sammeln. Auf diese Weise fällt das lästige Sich-mit-anderen-vergleichen (-müssen) weg und macht Körper und Geist frei für ganz neue Ausdrucksmöglichkeiten.

Der Hochsommer geht zu Ende, der in Frankreich sogenannte „la rentrée“ (der Eintritt) steht an, er hat aber in den Germanophilien Ländern eine andere, ja nicht im „geringsten“ ähnliche Bedeutung wie in La France. Aber trotzdem viel Freude mit dem neuen AJ N°60D.

Ps. Bevor ich es vergesse, Winfried Wagner aus Schweinfurt will günstig guterhaltene Tatami loswerden !

L‘équipe d‘ AJ

© Copyright 1995-2019, Association Aïkido Journal Aïki-Dojo, Association loi 1901