Horst Schwickerath

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich hoffe, Sie sind gut in das neue Jahr gestartet. Sicherlich wird uns das Jahr 2009 wieder zahlreiche Ereignisse bescheren, die wir heute noch nicht erahnen – sowohl gute, wie sicher leider auch wieder (vermeintlich) schlechte. Hoffentlich wird die Bilanz am Jahresende überwiegend positiv ausfallen.

In aller Munde und Ängste bereitend, in meinen Augen größtenteils geschürt durch die Medien, ist die Wirtschaftskrise. Für viele Mitmenschen ist die Globalisierung der zweitgrößte Feind, und Schuld an dem derzeitigen Zustand…

1720, als es noch keine Globalisierung gab, als Börsen rar – ja es gab nur 3 Börsen auf der Welt – schlitterte die Welt, allen voran Paris in eine verheerende Wirtschaftskrise. Schuld an dieser Weltwirtschaftskrise war die Maßlosigkeit und die Gier mit der man in Paris lebte.

Die Regenten des jungen Königs Ludwig der XV. (5 Jahre), allen voran Philipp von Orléans und seiner Soupers (Gäste die zum Essen kommen) lebten von Fest zu Fest – Paris wird Beute dieser Herren, die skandalös Vermögen anhäufen. Man gab einen Sumpf von Aktien heraus, um mehr Vermögen zu scheffeln. Diese Spekulation führte zum Bankrott. In der Rue Quincampoix und an der Place Vendome, wo an der Bank die Aktien „gehandelt“ wurden, kommt es zu Schlägereien – der Bankrott ruiniert Existenzen. Es folgen Aufständen, und Selbsttötungen. Es wird Mode, „sein Leben wegzuwerfen“, schreibt Lieselotte von der Pfalz. Man springt aus dem Fenster oder in die Seine, andere erdolchen sich… und all das wegen des verfluchten Geldes.

Der „Finanzskandal“ hat seinen Höhepunkt, da bricht auch noch ein Religionsstreit über das Volk herein – bedingt durch die Bulle von Papst Clemens XI. …

Ist die heutige „Wirtschaftskrise“, in ihren Ursprüngen nicht verwirrend ähnlich? Ist es nicht nur der „ran zum schnöden Mammon“, der unmoralisch eingesetzte Reichtum, wenn er zur lebensbestimmenden Maxime wird… Gilt zu hoffen, dass die Repräsentanten des Volkes, unsere Politiker, nach Ihren Rettungsversuchen, die Ausübung der Legislative nicht zufällig vergessen.

Apropos: Die Börse von Antwerpen ist die älteste der Welt, sie wurde 1531 eröffnete. Neun Jahre später öffnete die erste Deutsche in Augsburg, die heute nicht mehr existiert. 1566 wurde die Royal – Exchange in London gegründet. Trotz des Zeitnahen o. a. „Crash“ erhielt Paris 1724 seine gesetzliche Börse.

Vor langer Zeit vereinbarte ich ein Gespräch mit Michael Zimnik, weil mir seine Fragenkombinationen interessant und diskussionswürdig erschienen – nun hat es endlich geklappt, auf Seite 19 können Sie das Resultat lesen. Ich streue Asche auf mein Haupt, denn ich habe den Text „entschärft“ – denn ich habe noch kein offizielles Gespräch mit dem Präsidium geführt, nur eine lose Vereinbarung, mit Barbara Oettinger, für die kommenden Monaten getroffen.

Doch nun erst einmal viel Vergnügen mit unserer ersten Aikidojournal-Ausgabe im Jahr 2009.

 

Ihr Aikidojournal-Team




Ein kleines Erratum: im Editorial der letzten Ausgabe schrieb ich: „Genießen Sie den beiliegende Teebeutel, sein Inhalt besteht aus grünem China-Tee, sein Name ist japanischer Sencha.“ Es war „natürlich kein“ China-Tee, sondern ein japanischer Sencha!

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