Fachverband für Aikido in Baden-Württemberg.

Mit neuer Führung.


Andreas Raatschen (Karlsruhe), Präsident des FABW.

Neue Entwicklungen beim Fachverband für Aikido in Baden-Württemberg

Der Fachverband für Aikido in Baden-Württemberg hat im Oktober einen neuen Vorstand gewählt. Dieser setzt sich – unter veränderten Vorzeichen – dafür ein, die Aufnahme in die Landessportbünde Baden-Württembergs zu erreichen. Ein Beitrag des neuen FABW Präsidenten, Andreas Raatschen.


Zur Vorgeschichte: Der FABW wurde 1997 gegründet um eine Plattform aufzubauen, auf der Aikidovereine verschiedener Stile oder Ausprägungen zusammenarbeiten können, die dabei aber die völlige Freiheit in Bezug auf ihr Aikido behalten. Sie sind in die Sektionen Aikikai, Tendo-Ryu, Iwama-Takemusu-Aikido, Aiki-Osaka, Shinki-Rengo und sonstige Gruppierungen aufgegliedert.

Unter den Gründungsmitgliedern ist besonders Gerhard Kurz hervorzuheben, auf dessen Initiative und Betreiben hin dieses Projekt entstanden ist. Er hat in den letzten neun Jahren als Generalsekretär maßgeblich den FABW vorangetrieben. 2006 war für ihn der Zeitpunkt gekommen, sich aus dem Amt zurückzuziehen. Ihm und seinen Mitstreitern gebührt großer Dank, auch wenn die Ergebnisse der Arbeit - noch - nicht so greifbar erscheinen! Aber die langwierige Vorarbeit war notwendig.

Hauptziel des FABW ist es, für seine Vereine die Mitgliedschaft in den Landessportbünden zu erreichen, um an den staatlichen Fördermöglichkeiten teilhaben zu können. Bislang galt hier aber ein striktes »Ein-Platz-Prinzip«, wonach jede Sportart nur durch einen einzigen Fachverband vertreten sein durfte. Außer in Bayern sind dies überall die Landesverbände des Deutschen Aikido Bundes (DAB), die natürlich kein großes Interesse daran haben, dass Vereine anderer Aikidoorganisationen Zugang zu ebenso guten Fördermöglichkeiten erhalten. Im Gegenteil: Es ist ihr erklärtes Ziel, die Aufnahme weiterer Fachverbände zu verhindern.

Im Jahr 2000 wurde ein Antrag des FABW auf Aufnahme in die Baden-Württembergischen Landessportbünde abgelehnt, weil der DAB-Landesverband (AVBW) bereits Mitglied war. Der FABW bekam die Auflage, eine einvernehmliche Lösung unter dem Dach des AVBW zu suchen.

Seitdem sind sechs Jahre mit Verhandlungen vergangen, die man vorsichtig mit dem Wort »zäh« beschreiben könnte. 2005 hat der AVBW als Ergebnis langer Verhandlungen eine Satzungsänderung präsentiert. Sie sollte dem Wunsch des Landessportbundes entsprechen, auch Nicht-DAB-Vereinen die Mitgliedschaft im AVBW (und dadurch im Sportbund) zu ermöglichen.

Sie beinhaltet vor allem die Möglichkeit, dass nun auch Aikidovereine »mit eigener Prüfungsordnung« (also Nicht-DAB-Vereine) dort eintreten können. Das ist allerdings nur zu stark einschränkenden Bedingungen möglich: Man wird ein so genanntes »B-Mitglied« und hat nur ein Viertel des üblichen Stimmrechtes, kann keine Vorstandsfunktionen übernehmen oder Sektionen bilden, um die Interessen einer ganzen Gruppe von Vereinen wahrzunehmen. Einer der wichtigsten Grundsätze in der AVBW Satzung ist nach wie vor, »die Einheit von Lehre und Technik zu wahren« (und zwar im Sinne des DAB-Aikido). Das bedeutet logischerweise, dass öffentliche Fördermittel für Aikikai, Iwama, Tendo Ryu oder andere Stilrichtungen eben nicht zur Verfügung stehen.

Deshalb ist dieses Angebot der »B-Mitgliedschaft« aus unserer Sicht völlig unbefriedigend, und wir können sie nicht empfehlen. Sie ist höchstens eine Notlösung für einzelne Vereine, die aus ihrer besonderen Situation heraus dazu gezwungen sind, sich darauf einzulassen.

Der FABW hat deshalb im Sommer 2006 das Scheitern der Gespräche erklärt. Jetzt können wir uns wieder darauf konzentrieren, die Aufnahme des FABW als eigenständiger Fachverband in die Landessportbünde zu erreichen und direkt mit dem Landessportbund verhandeln.

Das setzt Energie frei für konkrete Arbeit. Die Möglichkeiten dazu haben sich deutlich verbessert: Das »Ein-Platz-Prinzip« bei den Sportbünden ist so nicht mehr gültig.

Jetzt ist es wichtig, das Netzwerk aus Kontakten und Beziehungen neu mit Leben zu füllen, und die Bereitschaft dazu ist groß. Die Aufnahme in den Sportbünden ist ja nicht der Endpunkt unserer Arbeit, sondern erst der eigentliche Beginn!
Dann wird es interessant, die Möglichkeiten, die sich uns bieten, zu gestalten und zu entwickeln.

An die Vereine aus Baden Württemberg, die noch nicht bei uns organisiert sind: Tretet dem FABW bei. Je mehr Vereine und Verbände wir repräsentieren, desto stärker ist unsere Verhandlungsposition gegenüber den Landessportbünden und desto besser stehen die Chancen, auch in den Genuss besserer Arbeits- und Trainingsbedingungen zu kommen.


Andreas Raatschen (Karlsruhe), Präsident des FABW

www.aikido-fabw.de – E-Mail: praesident@aikido-fabw.de

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