Wie Aikido in Deutschland begann und der Aikikai sich entwickelte

Die Entwicklung des Aikikai Deutschland, aus Sicht von Dr. K.-F Leisinger

Vorläufer

Ohne Zweifel haben die Kriege in Europa und im Pazifik die Verbreitung des Aikido um vielleicht 20 Jahre verzögert. Nach diesen schrecklichen Ereignissen in Japan und Europa hatten die Menschen dort andere Sorgen, als die Unterrichtung einer neuen Budo-Disziplin und ihre Verbreitung in ferne Länder. Darüber hinaus war bis 1949 in Japan die Ausübung jeglicher Budo-Arten von den US-Besatzern verboten gewesen. Besonders in Deutschland litt die Bevölkerung unter Hunger und Arbeitslosigkeit. Straßen und Gebäude waren durch den Bombenkrieg ausradiert. Die Menschen lebten zusammengepfercht, nur um ein Dach über dem Kopf zu haben. Es war überhaupt nicht daran zu denken, ein Dojo oder eine Mehrzweckhalle zu bauen, um darin Aikido zu lehren und zu üben.

In Frankreich entwickelte sich Aikido zuerst. Bereits in den fünfziger Jahren tummelte sich dort ein bunter Zoo verschiedener Arten von Aikido (heute wird das mit dem neudeutschen Wort »multi-style-Aikido« bezeichnet): Aikijutsu, Aikibudo, Yoshinkan Aikido u.s.w., und – last not least – Aikikai Aikido. Verschiedene Namen beanspruchten Führerschaft. Es ist nicht sinnvoll, sie alle zu nennen. Möglicherweise vergesse ich ein oder zwei. Überdies betrifft das wohl eher die Franzosen und nicht die Deutschen.

Als ich in Hamburg studierte, lernte ich Judo kennen, das man an der Universität ausüben konnte. Mein erster Judo-Lehrer war ein Mann, der zu dieser Zeit Judo bereits auf kommerzieller Basis unterrichtete. Sein Name war Hölzel. Eines Tages (1954) standen wir unter der Dusche und er berichtete den anwesenden Mitduschern, dass er in die Schweiz reisen wolle. Dort würde ein neuer Judo-Typ gezeigt und unterrichtet. Wir baten ihn, eine dieser neuen Techniken zu zeigen. Was er zeigte, würde ich heute als Ikkyo identifizieren. Der Lehrer in der Schweiz war der Franzose André Nocquet, ein Mann, der später auch in Deutschland eine gewisse Rolle spielen sollte. Nach Beendigung meines Studiums verlor ich Hölzel aus den Augen, da ich den Wohnort wechselte. Auch später, als ich Aikido zu praktizieren begann, sah ich ihn nicht wieder.
Anfang der sechziger Jahre trainierte ich Judo in Münster. Die dortigen Judoleute bekamen Verbindung mit einem Judoclub in Chenneviéres-sur-Marne nahe Paris. Wir begannen uns jedes Jahr alternativ an beiden Orten zu besuchen. Wenn wir in Frankreich waren, bekamen wir auch Aikido vorgeführt, denn der Professeur in Chenneviéres praktizierte auch Aikido. Einmal waren wir in Paris in einem Dojo in demselben Haus, in dem auch das Olympiatheater ist, in dem Jazz- und Chanson-Darbietungen gegeben wurden, die auch zuweilen im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Wir waren sehr beeindruckt, und so beschlossen wir, Aikido zu lernen.

Aber wo sollten wir einen Aikido-Lehrer finden? Zuerst lernten wir einen jungen Japaner namens Kimura kennen, der 3. Dan im Judo war, der uns einige Aikido-Techniken lehrte. Wir begannen Irimi-Nage, Shiho-Nage und Ikkyo zu üben. Es war eine begrenzte Auswahl. Kimura verschwand irgendwann nach einigen Wochen. Auch andere Judoclubs in Deutschland wollten von ihm Aikido lernen, und sie bezahlten besser. Aber das dauerte nicht lange. Er setzte sich bald nach Japan ab, nachdem das Finanzamt von ihm Kenntnis bekam. Er verdiente einiges Geld in Deutschland, bezahlte aber nie Steuern.

Mittlerweile bekamen die Judoleute in Münster über einen Herrn Scholz, der ein Judoka war, aber auch 2. Dan im Aikido, Kontakt mit dem Honbu Dojo in Tokio. Herr Scholz hatte einen japanischen Vater und war nach Japan übergesiedelt. Eine zweite Verbindung erhielten die Münsteraner Judoka über ein früheres Mitglied der Judoabteilung im PSV Münster, Dr. Karl Freygang, der die pharmazeutische Firma Böhringer in Kobe repräsentierte. Mit Hilfe der beiden Kontaktpersonen präsentierte das Honbu Dojo erst einen jungen Japaner, der willens war, für eine begrenzte Zeit nach Deutschland zu kommen, um Aikido zu lehren. Aber kurze Zeit später widerrief er sein Angebot aus beruflichen Gründen. Ein anderer junger Japaner wurde präsentiert: Katsuaki Asai. Und dieser Mann erwies sich als das Glückslos für die Entwicklung des Aikido in Deutschland.
2. Erstes Training

Asai Sensei benutzte verschiedene Transportmittel auf seiner Reise von Japan nach Deutschland. Zuerst ein Schiff, um über das Japanische Meer in die Sowjetunion zu gelangen. Danach ein Flugzeug für die größte Distanz nach Moskau und dann mit der Bahn weiter durch die Sowjetunion, Polen, die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik nach Münster in Westfalen. Er stieg aus, und der Zug entschwand. Keiner war zu sehen, der ihn abholen wollte. Auf diese Weise machte Asai Sensei gleich am Anfang mit einem für Japaner befremdlichen (und eigentlich auch nicht deutschen) Verhalten einiger Europäer Bekanntschaft, der Unpünktlichkeit. Der frühere Abteilungsleiter der Judoabteilung im PSV Münster, der ihn abholen sollte, hatte seinen Lebensstil den Objekten seiner Arbeit – Pflanzen – angepasst. Aber auch später traf er viele Leute, die fünf Minuten sagen, wenn sie 20 meinen. Zum Glück ging nicht gleich ein Zug in die Gegenrichtung, so dass Asai Sensei schließlich doch noch seine Kontaktperson fand. Einen Tag später begann das erste Training unter seiner Leitung. Es war der 22. Oktober 1965.

Judo existierte damals als Abteilung des Polizeisportvereins Münster e.V. Dieser Verein hatte gute Beziehungen zur Polizeischule in Münster, wo ein Dojo zur Ausbildung der Polizisten in Selbstverteidigung existiert. Der Direktor der Polizeischule war gleichzeitig auch 1. Vorsitzender des PSV Münster. Deswegen konnten die Judo und Aikido Ausübenden abends und an Wochenenden das Dojo zum Training benutzen. Damals waren die Matten mit einer blauen Plastikplane überzogen, die sich nach und nach dehnte, so dass sie von Zeit zu Zeit glatt gezogen werden musste, wenn man nicht über Falten stolpern wollte. Besonders im Sommer bei warmem Wetter klebten die Füße gut auf der Plastikplane. Bei vielen Bewegungen erwies sich das als Hemmnis, aber das konnte unseren anfänglichen Enthusiasmus nicht bremsen.

Obwohl einige von uns bereits viele Jahre Judo betrieben, begann an diesem Tage eine neue Art der Bewegungen. Wir waren alle wieder Anfänger. Ich sehe noch immer die runden Augen, die Asai Sensei ob unserer Unbeholfenheit machte. Asai Sensei war damals 23 Jahre alt und hatte eine bewundernswerte Kondition. Er fühlte sich fit, und so hatten wir auch zu sein. Oft signalisierte das Gehirn »stopp«, aber Asai Sensei sagte »weiter«. Er konnte damals nicht verstehen, warum wir so früh das Handtuch warfen. Sein beliebtester Spruch war: »Aufgeben ist das Einfachste«.


3. Die Entwicklung in den ersten Jahren

Den ersten Aikidounterricht gab Asai Sensei in Münster nur im Dojo der Polizeischule. Wir verbreiteten unter vielen Judo-Trainingsgemeinschaften u. -Landesverbänden, dass ein kompetenter und qualifizierter Aikidolehrer in Münster lebte und bereit war, anderswo Aikido zu lehren. Und die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten. Verschiedene Trainingsgemeinschaften wollten Asai Sensei als Lehrer haben. Trainingsgemeinschaften aus Reinbek nahe Hamburg, Osnabrück und Bonn engagierten ihn zu erst. Andere kamen und gingen, aber nichts desto trotz, die Schülerzahl von Asai Sensei wuchs stetig.

1966 gelang es Asai Sensei, Tada Sensei, der damals in Italien lebte und den Aikikai d’Italia aufbaute, zu einem Wochenendlehrgang nach Münster zu verpflichten. Dieser Lehrgang zog natürlich viele Aikido Ausübende an. Vor Journalisten und einer ausgewählten Zahl von Zuschauern – der Saal der Vorführung war relativ klein – gaben Tada und Asai Sensei eine Vorführung, welche die eindrucksvollste war, die ich je gesehen habe. In Asai Sensei hatte Tada Sensei auch einen Uke, der wie kein anderer fallen konnte. Und so flog Asai Sensei wie ein weggeworfenes Kleiderbündel durch die Luft. Es ist ein Jammer, aber kein Film dieses bemerkenswerten Ereignisses existiert. Aikido ist wie Musik. Die wunderbarsten Aufführungen sind unwiederbringlich verloren, wenn keine Aufnahme gemacht wird.

Auf Grund einer Einladung vom Leiter der Judoabteilung des PSV Münster, Willi Hatt, fanden Verhandlungen mit dem Deutschen Judo Bund (DJB) im Winter 1966/1967 in Münster statt. Anwesend waren als Beauftragte des DJB, Herr Heim (eigentlich ein Ju-Jutsu-Ka) und Rolf Brand sowie Asai Sensei, Gerd Wischnewski, Willi Hatt und Dr. Leisinger. Das Ziel der Verhandlungen war die Bildung einer Aikido Sektion unter dem Dach des DJB. Es wurde sehr schnell die strategische Linie des DJB klar:
Der DJB wollte die juristische Zuständigkeit über das Aikido. Das bedeutete, Aikido konnte nicht seinen eigenen Vorstellungen und Gesetzen folgen. Alles, was Techniken und Graduierungen, nationale und internationale Repräsentation betrifft, war Angelegenheit des DJB. Man kann natürlich fragen, warum will ein für Judo zuständiger Verband sich eine andere Budo-Disziplin einverleiben? Die Antwort ergibt sich aus der Situation des DJB jener Jahre. Die Mitgliederzahlen des DJB damals pendelten um 100.000. Für den Zufluss der Geldmittel vom Bundesinnenministerium und dem Deutschen Sportbund (DSB) und für die Bezahlung eines Sportdirektors durch das Bundesinnenministerium war das die magische Zahl. Verglichen mit anderen Sportbünden, etwa dem Deutschen Fußballbund mit seinen Millionen Mitgliedern, war (und ist) der DJB ein Leichtgewicht. Der DJB sah in der Einverleibung aller Budo-Disziplinen eine Möglichkeit, die Mitgliederzahlen über der magischen Grenze zu stabilisieren. Dieses Bestreben fand erst nach der deutschen Wiedervereinigung ein Ende. Jetzt fühlt sich der DJB wieder allein für Judo zuständig, wie es vernünftig ist. Der »Budo-Krämerladen« in Westdeutschland löste sich auf und die verschiedenen Sektionen mussten andere Repräsentationen finden. Aus der Sicht des Aikido ist diese Haltung des ehemaligen West-DJB einer der Gründe für die Spaltung der Aikido-Szene in so viele Verbände.

Um die überwältigende fachliche Kompetenz Asai Senseis zu kompensieren, präsentierte der DJB einen deutschen Aikidolehrer (divide et impera!), der bei O Sensei einige Jahre in Tokio trainiert hatte:
Gerd Wischnewski. Er kam im November 1965 zurück nach Deutschland. Er kam einen Monat später als Asai Sensei nach Deutschland, und nicht später, wie man in einigen Büchern und Lexika, die sich an den ehemaligen Propagandaschriften des DJB orientierten, lesen kann (z.B. Weinmann: Das Aikidobrevier, Verlag Weinmann, Berlin, 1983, ISBN 3878920458 - W. Lind; Ostasiatische Kampfkünste, Das Lexikon, Sportverlag, Berlin, 1996, ISBN 4328006990). Er konnte zwar mit seinem 2. Dan in der Rangordnung mit Asai Sensei (damals 4. Dan) nicht mithalten, das hinderte die Propagandisten des DJB aber keineswegs daran, ihn als – mindestens – gleichwertig zu verkaufen. So hörte man damals von vollständig inkompetenten Leuten die lachhafte Meinung: »Er (Gerd Wischnewski) ist zwar nur ein 2. Dan, aber er ist so gut wie ein 4. Dan«.

Schade, Gerd Wischnewski traf die falsche Wahl, indem er den Verbands-Politikern des DJB folgte. In den folgenden Jahren wurde er von Ihnen zermahlen. Er gab Aikido vollständig auf. Keiner von den jungen Aikidoka kennt ihn noch.

Obwohl die zuvor geschilderte Strategie anfangs keineswegs zu durchschauen war, wurde sie in den folgenden Monaten nach den Verhandlungen immer klarer. Süddeutschland war dem Unterricht durch Asai Sensei verschlossen. Wenn eine Trainingsgemeinschaft im DJB Asai Sensei als Lehrer im Programm aufzunehmen wünschte, intervenierte der DJB, Wischnewski zu nehmen. Die Konsequenz der Anhänger Asai Senseis war die Bildung eines eigenen Aikido-Verbandes mit dem Namen zunächst als »Aikikai Deutschland«, der 1967 beim Amtsgericht Münster eingetragen wurde. Später wurde dem Namen noch der Nachtrag »Fachverband für Aikido« hinzugefügt, um die Verbindung für des Japanischen Unkundige mit der Budo-Disziplin klar zu machen.
Die Zahl der Mitglieder wuchs, besonders in Nordrhein-Westfalen. Asai Sensei sorgte für attraktive Lehrgangsangebote, indem er viele Male Tada Sensei, der damals in Italien lebte, Tamura Sensei, der aus Südfrankreich kam, und Noro Sensei, der damals wie heute in Paris lebt, zu Lehrgängen einlud. Besonders Noro Sensei hatte einen großen Einfluss auf die frühe Entwicklung des Aikido in Deutschland. Er unterrichtete nicht nur die deutschen Anfänger, sondern nahm auch Einfluss auf die weitere Entwicklung Asai Senseis. Ihre Freundschaft hält bis auf den heutigen Tag. Sommer- und Winterlehrgänge von Wochendauer wurden angeboten. In den ersten Jahren hatte Asai Sensei noch die Idee, nach zwei bis drei Jahren nach Japan zurückzukehren. So unterrichtete er einen »Kader« sehr hart, um nach seiner Rückkehr nach Japan eine kompetente Mannschaft zu hinterlassen, die Aikido verbreiten könnte. Das Training ähnelte in manchen Zügen einer Rekrutenausbildung. Aber seine persönliche Entwicklung lief doch in einer anderen Richtung.

Einigen Judoka erschien die eigenständige Entwicklung des Aikido unerträglich. Verschiedene Vorschläge erschienen auf dem Markt, um Aikikai Aikido wieder in den Schoß der heiligen Mutter DJB zurück zu führen. Die Vorschläge waren allesamt inakzeptabel, manchmal eher komisch und überkonstruiert. Überdies wollten alle die Personen, die mit solchen Vorschlägen daherkamen, natürlich »Pöstchen«, um ihre eigene Bedeutung innerhalb des DJB aufzuwerten.

Wie Aikido in Deutschland begann und der Aikikai sich entwickelte

Die Entwicklung des Aikikai Deutschland, aus Sicht von Dr. K.-F Leisinger

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Editorial der Ausgabe 51D – 3/07

Editorial bezugnehmend auf einige der Leserbriefe zu dem Artikel von Dr. Karl-Friedrich Leisinger

Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber angesichts so mancher Reaktionen, die uns via Brief, E-Mail oder Anruf erreichen, muss ich es nochmals – auch auf die Gefahr hin, dass es wieder verhallen wird – »herausrufen«: Artikel, die unterschrieben sind, vertreten die Meinung oder den Standpunkt des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider!!


Gegendarstellungen sind immer gern gesehen und willkommen. Ja, ich möchte sogar sagen, dass das Aikidojournal für jeden offen ist, denn ich gehe davon aus, dass die Leser groß genug sind, um sich ihre eigene Meinung daraus bilden zu können.


Andererseits sehe ich an den Reaktionen einiger Leser, dass es manchem Aikidoka an Kampferfahrung fehlt, denn ein kampferfahrener Mensch wägt ab, die »Gewinn- und Verlustrechnung« ist gerade für ihn ein wichtiges Instrument. Auch prägt diese Erfahrung seinen Respekt. Nur unerfahrene Aikidoka reagieren respektlos und »randalieren« mit Worten und Pamphleten, sie wollen provozieren. Beide Verhaltensweisen aber gehören nach meiner Meinung in die gleiche unterste Schublade.


In den Ausgaben 47D und 48D veröffentlichten wir einen Artikel von Dr. K. F. Leisinger (Ehrenpräsident des Aikikai): »Wie Aikido in Deutschland begann und der Aikikai sich entwickelte.« Daraufhin erhielten wir Leserbriefe, die ich eigentlich nicht veröffentlichen wollte (aber, siehe oben: Gegendarstellungen sind immer gern…) – wie gesagt, ich gehe davon aus, dass unsere Leser sich ihre eigene Meinung bilden können. Leider war es uns nicht möglich, das auf Seite 18 angedruckte Schreiben zu korrigieren oder umzuschreiben, deshalb entschloss ich mich, nur einen kleinen Anfangsausschnitt diese Schreibens zu veröffentlichen. Wer das Ganze lesen möchte, muss sich auf www.aikidojournal.eu begeben, dort werden wir »den Artikel von Herrn Leisinger und die Leserbriefe« ins Netz stellen. Ich möchte nicht, dass künftig im Aikidojournal in einer Form diskutiert wird, die möglicherweise sogar in der Bild-Zeitung keinen Abdruck finden würde. Wenn Herr Leisinger einen solchen Artikel schreibt, dann ist das seine Sache. Wenn aber, möglicherweise zu Recht, Sie auf diesen oder andere Artikel antworten möchten, dann bitte ich darum, folgende Botschaft zu beherzigen:
Das Gute in der Welt entsteht durch gutwillige Interaktion, das Böse durch Böswilligkeit. Die Böswilligkeit könnte man gleichsetzen mit der Verweigerung des Mitgefühls. Die Gutwilligkeit wiederum ist die menschliche soziale Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und entsprechend zu handeln, die Böswilligkeit wiederum die menschliche Fähigkeit, dies zu verweigern. Es geht also bei diesen moralischen Kategorien um das Prinzip der Empathie – und darum, dass das Gute eine Sache des Trainings und der Reife ist, das Böse dagegen aber eine primitivere Daseinsform.

Horst Schwickerath

Leserbrief von Günter Riewe aus Deggendorf bezugnehmend auf den Artikel von K.-F. Leisinger über die Entwicklung des Aikido in Deutschland

Ein Leserbrief, den wir im Aikidojournal NICHT veröffentlichen – die Begründung steht im Editorial der Ausgabe 51D – 3/07

Hallo Karl-Friederich!

Deine Geschichte unter www.Aikikai-Deutschland.de habe ich gelesen und bin erstaunt, was Du alles weißt und was das alles gekostet hat!
Aber Du hast viel unterschlagen oder gewollt vergessen.
Es ist geschmacklos, wie Du Willy denunzierst!
Zum Beispiel hat Asai anfangs bei Willy gewohnt und Willi war Bürge von Asai Sensei bis zur Hochzeit mit Sigrid Meyburg.
Der Aikikai - Deutschland e.V. ist von Willy bei Willy gegründet worden. Auch der Aikikai Münster e.V. ist von Willy Hatt, Günter Riewe, Eginhard Köhler, Peter Walram Wallrabenstein, Norbert Depping, Hermann Kamp, Friedrich Prangemeier und Edelgard Weiden bei Willy gegründet worden.
Willy Hatt, Pass - Nr. 001 und Eginhard Köhler, Pass - Nr. 007, waren die ersten Danträger.

Das wunderbare Dojo, wie Du es nennst, ist von Willy Hatt und Günter Riewe mit vielen Beziehungen ausgebaut worden. Die erste Miete, DM 250.-, ist von mir bezahlt worden. Das müsstest Du eigentlich wissen, Du warst 1. Vorsitzender!
Auch Asai Sensei hat beim Ausbau des Dojo schwer gearbeitet und ein kleines Zimmer bewohnt, bevor er nach Düsseldorf gezogen ist.
Leider hast Du auch vergessen, daß Du für kurze Zeit abgewählt worden bist und Dr. Hendrik Wessels zum Präsidenten und Manfred Putzka zum Generalsekretär gewählt worden sind. Doch bevor es zu den notwendigen organisatorischen Änderungen kam, ging Dr. Hendrik Wessels aus beruflichen Gründen nach Holland.

1978 hat Asai Sensei in einem Grußwort gesagt, dass es jetzt möglich ist, das 10-jährige Jubiläum des Aikikai - Münster zu feiern, ist nur auf die Stetigkeit und Einsatzbereitschaft von Herrn Willy Hatt. Der Familie Riewe, vieler Mitglieder des Vereins und der Hilfe einflussreicher Persönlichkeiten aus Münster zurückzuführen. Diese Worte sagte er auf der 35-Jahr-Feier 2002. Wenn es Willy Hatt und die Familie Günter Riewe nicht gegeben hätte, würde es Aikido in dieser Form in Deutschland nicht geben.
Leider hat man uns das Dojo zweimal hinterfotzig von mehreren Leuten streitig gemacht, wie Du ja weißt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass auch Du Deine Finger im Spiel hattest. Was in Münster so alles gelaufen ist, da hast Du keine Ahnung, denn die Beziehungen hatten Willy und ich. Auch solltest Du mal nachdenken, wer die Referenz für Dich in Meppen beim Bund gegeben hat. Ich war gerade bei Willy, als es vom Verfassungsschutz überprüft wurde.

Karl-Friederich, es wäre in Deinem Interesse, die Seiten bis zum 17.02.07 zu überarbeiten und richtig zu stellen. Ansonsten zwingst Du mich, diesen Brief mit Fakten und Zahlen noch etwas aufzupeppen und ins Internet zu stellen. Du als Physiker weißt doch:
Amateurfunk & Internet haben keine Grenzen, die Welt ist nur einen Mausklick entfernt. Wenn Dich Dein Gedächtnis über weitere Ereignisse verlassen hat, kann ich Dir vielleicht helfen. Aber nur, wenn Du willst.
…weiteres können Sie in der anhängenden PDF-Datei lesen

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