Makoto Shimizu in Dortmund

Makoto Shimizu kommt seit 10Jahren nach Europa.


M. Shimizu, während des Interviews.

Makoto Shimizu kommt nun seit 10 Jahren, zu einer sogenannten „European Aikido Seminar Tour“, nach Europa. Das erste Seminar fand 2000 in Wien statt. Er ist „Endoschüler“ und hat ein eigenes Dojo in Funabashi. Im Januar dieses Jahres bekam er seinen 7. Dan.

Erinnern Sie sich noch daran, wann haben Sie mit Aikido begonnen?

Als ich zur Universität kam, gab es dort ein Dojo – ein privater Club, der in der Universität die Räumlichkeiten angemietet hat, – in dem auch Aikido angeboten wurde. Es war eine Universität in der Region Kyoto. Dort unterrichtete auch Endo Sensei, er kam fünf oder sechs Mal im Jahr zu uns, um dort zu unterrichten – so sah ich Endo Sensei als meinen Meister an.
Das war vor 33 oder 34 Jahren.


Nach dem Sie die Universität abgeschlossen haben, sind Sie dann zu Endo Sensei oder ins Honbu Dojo?

Ich studierte vier Jahre, danach bin ich in die Chiba-Prefektur (Chiba-ken) umgezogen. Dort gab es ein Dojo, das von Kisaburo Osawa Sensei, dem Lehrer von Endo Sensei geleitet wurde. Dort trainierte ich so wie im Honbu Dojo.


Osawa Sensei müsste noch bei O Sensei trainiert haben?

Ja, er war im Honbu Dojo Dojo-cho. Als ich zu ihm kam, Anfang der 80er Jahre, verstarb er leider sehr bald. Er war aber einer der ältesten Schüler von O Sensei, wahrscheinlich deshalb war er wohl auch Dojo-cho, als Kisshomaru Ueshiba Doshu wurde ….


Sie praktizieren jetzt 34 Jahre, haben Sie ein eigenes Dojo? Trainieren Sie auch bei anderen Shihans, oder nur bei Endo Sensei?

Ja, ich habe ein Dojo in Funabashi, mein Dojo heißt „Funabashi Aikido Doyukai“ – Sonntags unterrichte ich noch an der „Gakushuin Universität“.
Endo Sensei ist mein Lehrer. Er hat ja das Saku dojo. Wenn Endo Sensei nicht da ist, dann vertrete ich ihn, als Dojo Shihan –ich bin aber auch Akikai-Shihan. Das Saku Dojo ist das eigene Dojo von Endo Sensei.


Wurde dieses nicht mit finanzieller Unterstützung des Aikikai gebaut?

Nun, Unterstützung ist ein großes Wort, es gab eine Hilfe, aber die lokale Hilfe war wesentlich umfangreicher, vor allem die Schüler und die, die Endo Sensei achten, haben sehr geholfen. Aber selbstverständlich kam Kisshumaru zur Eröffnungsfeier, oder zum Jubiläum kamen Kisshomaru und der jetzige Doshu. Die Verbindung besteht und wird gepflegt.

(…)
… um meine Gedanken fortzusetzen, war für mich persönlich die Begegnung mit Endo Sensei das „A“ und „O“ – er ist und blieb für mich „ein Modell“, eigentlich bin ich noch immer in der Phase, sprich ich lerne noch immer, dieser Prozess ist langwierig. Was aber nichts mit Hierarchie, nach der Sie eben fragten zu tun hat – eher das Gegenteil.

Ist das nicht gefährlich…
Shimizu Sensei lacht…
… ohne etwas anderes, einen anderen Lehrer kennenzulernen?

Ich habe natürlich, in meinem Aikidoleben viele andere Sensei gesehen, an vielen anderen Orten am Training teilgenommen und „ausprobiert“. Ich hatte die Wahl, so ist Sensei immer noch O Sensei für mich. Er ist die N° 1, daran ändert sich nichts. Das hat also nichts im Sinne mit der oder einer Hierarchie.
Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass ich einem anderen „Super Sensei“ begegne, aber bisher hatte ich dieses Erlebnis nicht.


Sind Sie professioneller Aikidolehrer?

Das ist etwas schwierig zu beantworten, denn ich bin zum einen berufstätig.


Was sind Sie beruflich?

Ich bin Angestellter in einer Firma.


Folglich ist Aikido ein Freizeitprodukt…

Es ist mehr als nur Hobby, denn ich mache das viele Stunden am Tag, also ziemlich intensiv. Von meiner Einstellung her ist es genau so wichtig wie mein Berufsleben. Bevor Sie fragen: die Reihenfolge meiner Lebensbereiche ist als Erstes die Familie, dann Aikido und dann das Berufsleben.


Wie ich auf den T-Shirts lesen kann, sind Sie jetzt, über Wien in Österreich, Liechtenstein und Dortmund, 10 Tage in Europa – dass heißt also Urlaub?

Ja.


Aber in Japan, hat man in der Regel nicht sehr lange Urlaub?

Ja, in der Tat es ist schwierig.


Hat die Leidenschaft Aikido sehr Ihr Leben beeinflusst?

(Die Übersetzerin kommt in Ihren zusätzlichen Erklärungen vor lauter Sensei’s in Schwierigkeiten und löst bei Shimizu Sensei herzliches Lachen aus)

Ja, natürlich tief greifend.

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