Gespräch mit Philippe Orban in Manosque. Erster Teil.

Auf der Suche nach der Einheit von Körper und Geist.

Philippe Orban in Manosque 2004.
Philippe Orban in Manosque 2004.

Wann hast Du angefangen Aikido zu praktizieren?

1981, vor 23 Jahren.


Und aus welchem Grund?

Aus welchem Grund...ich wollte schon immer Kampfsport machen, jedoch ohne Wettbewerbscharakter. Ich hatte schon auf dem Gymnasium viel Sport betrieben und der Wettstreit hatte mich nicht allzu sehr interessiert. Aikido kannte ich gar nicht, weil es damals in Frankreich nicht sehr bekannt war. Eines Tages habe ich zufällig im Fernsehen eine Demonstration gesehen und das hat mich fasziniert. Ich weiß nicht mehr, welcher Japaner das war, aber ich habe mir gesagt: »Das ist es, was ich machen will.« Ich ging nicht davon aus, dass es Aikido in der kleinen Stadt gab, wo ich zur Schule ging, also sagte ich mir, dass ich Karate oder etwas anderes machen sollte. Weniger Judo…, weil ich schon ein bisschen Judo in der Schule praktiziert hatte, und das hatte mich nicht so angesprochen… Aber ich habe in Saint-Dié einen Club gefunden. Dort konnte man Aikido machen. Mein erster Lehrer hieß Jean-Pierre Fonmos; der hatte den 1. Dan und war ein Schüler von René Trognon, welcher Schüler von Monsieur Tamura war.

Danach habe ich viele, viele Lehrgänge besucht. Ich habe alle Experten gesehen, die durch die Lorraine gekommen sind, und eines Tages… ich hatte drei, vier Monate Aikido praktiziert… traf ich zufällig auf Christian Tissier, der damals zu Pfingsten in Labaroche in den Vogesen seinen Lehrgang mit Paul Muller abhielt. So kam es, dass er mein Lehrer wurde, als ich ein paar Jahre später nach Paris zog. Ich habe auch ein Jahr an der Universität von Straßburg bei Paul Muller praktiziert. In der Lorraine habe ich neben meinem Studium bis zu meinem 2. Dan Aikido praktiziert, bis ich mich damals entschied, mich ganz dem Aikido zu widmen und mein Möglichstes im Aikido zu tun. Ich hatte zwei Alternativen: Japan oder Paris. Und weil ich Christian kannte und schon eine Lehrer-Schüler-Beziehung zwischen uns bestand, entschied ich mich dafür in Paris zu leben. Das war 1988. Dort bin ich acht Jahre Uchi Dechi gewesen, bis ich nach Leipzig zog. Das ist meine Geschichte.


Und warum Leipzig?

Dazu führten eine Reihe von Umständen: nach Leipzig kam ich auf Umwegen über Leute, die ich in Dresden kannte, wo ich eingeladen war, und über Deutsche, die an meinen Lehrgängen in Paris teilgenommen hatten, als ich bei Christian unterrichtete. Einer diese Schüler schlug mir vor mir dabei zu helfen, ein Dojo aufzubauen, wenn ich mich in Leipzig niederlassen würde, weil er nach Leipzig zurückkehren wollte, wo seine Eltern lebten. So ist es dazu gekommen, beinahe zufällig, und am Tag darauf habe ich mich dazu entschieden, mich mit meinen Teppichen, die ich günstig erstanden hatte, in Leipzig niederzulassen. Dort bin ich ein Jahr geblieben, bis auch Andrea, meine Frau, nach Leipzig kam.
Und jetzt hast Du Dein eigenes Dojo dort drüben?

Ja, anfangs habe ich in einem kleinen Saal unterrichtet, es gab keinen Umkleideraum und keine Duschen, das war wirklich auf das Wesentlichste beschränkt, und während dieses ersten Jahres habe ich wirklich nach einem Ort gesucht, wo ich mein Projekt realisieren konnte. Dieses Dojo besteht seit 1997, also seit 8 Jahren.

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