Pascal Olivier N° 67DE

Tenjinkai-Aikido

P. Olivier vor seinem Kamiza.
P. Olivier vor seinem Kamiza.

EIN ERBE AUS VIELEN RICHTUNGEN

Wie kann man scheinbar Gegensätzliches zusammen bringen? Darin liegt die Aufgabe des Aikido: Gegensätzliches vereinen. Wenn es nur darum ginge, ein Aikido in der Komfortzone ohne jegliche Infragestellung zu praktizieren und ggf. völlig mit den Modellen konform zu gehen, die von den (ggf. selbsternannt) „offiziellen“ Stellen empfohlen, wenn nicht gar auferlegt werden, dann könnte keinesfalls von einer Askese die Rede sein.

Gegensätze vereinen... Die Praxis des Aikido beginnt mit der Bewusstwerdung eines Geisteszustandes. Damit soll natürlich auf keinen Fall die Wichtigkeit der technischen Anwendung herunter gespielt werden, sondern es soll die spirituelle Essenz unserer Kunst unterstrichen werden, womit man auch den Willen seines Gründers, Morihei Ueshiba, erfüllt

Pascal Olivier zitiert gerne seine Vorbilder, die authentischer kaum sein könnten. Sein großer Vorteil ist, dass er die Quellen in ihrer japanischen Originalfassung lesen kann. (Die Sprache hat er als Autodidakt während seines mehr als zehnjährigen Aufenthalts im Land der Aufgehenden Sonne erlernt.) So hat er direkt an der Quelle Zugriff auf hier zu Lande oft unbekannte Informationen, an denen er sowohl seine Schüler als die Leser seines Blogs teilhaben lässt. (Siehe die französische Fassung, http://aikidotenjinkai.centerblog.net, und die deutsche Übersetzung, die ein passionierter und talentierter Aikidoka zur Verfügung stellt: http://pascalOlivier.wordpress.com/)
Seine Hauptmotivation liegt darin, einer Forschung nachzugehen, die er vor fast 40 Jahren begonnen hat und deren Abschluss er, genau so wie Tausende anderer Aikidoka in aller Welt, möglicherweise erst mit dem letzten Atemzug erreicht sieht.

MEISTER Ueshiba ALS HÖCHSTES VORBILD
Hier das oft wiederholte Credo Pascal Oliviers, dieses leidenschaftlichen Aikidokas, der jegliche Art von Karriere geopfert hat, um seine Kunst zu leben (ohne von ihr zu leben); es handelt sich um seine eigene Übersetzung der Worte des Gründermeisters aus einem Buch, das vor kurzem unter dem Titel AIKI SHINZUI („Die Essenz des Aiki“) in Japan erschienen ist: „Die Form und die Technik sind zweitrangig. Eignet euch vor allem den Geist an, der in der Technik liegt, indem ihr eure Seele daran erweckt.“
Soviel zum Geist. Dieser Mensch verfügt darüber hinaus über ein ein technisches Erbe aus unterschiedlichen Richtungen, eine ständige Inspirationsquelle, die aus den verschiedenen Lehren besteht, die er in Empfang genommen hat und nun in seinem Inneren miteinander koexistieren lässt - sehr zum Vorteil seiner Schüler. Er drückt seinen Meistern gegenüber eine grenzenlose Dankbarkeit aus - alle haben ihn auf unterschiedlichen Ebenen eingeweiht.

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