Präsidentin im DAB und doch Aikido betreiben!?

Michaek Zimnick sprich mit Barbara Oettinger. Für mich ist das Ehrenamt im DAB eigentlich nur sinnvoll, wenn ich weiss, dass bei den administrativ Tätigen Aikido als ganzheitlicher Sport (und mehr) nicht zu kurz kommt – als Übende/r wie als Lehrer/-in.

Barbara Oettinger bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
Barbara Oettinger bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Was steht für Dich gerade im Vordergrund?

Gerade die letzten Monate sind für mich und ich denke ich spreche da für das gesamte DAB-Präsidium eine wunderbare Ergänzung von administrativen, überfachlichen Tätigkeiten und gleichzeitig Aikido-Üben und -Lehren.

Beispielsweise das Stichwort Öffentlichkeitsarbeit: Im Mai machten wir Aufnahmen für den Tigerenten-Club (Ausstrahlung u.a. in der ARD am 21.07. um 12.35 Uhr), ausserdem drehte der Südwestrundfunk für sein 3. Fernsehprogramm (Ausstrahlung am 07.06., 18.50 Uhr).
Weiterhin hatten wir Vorführungen und Mitmachaktionen beim 10. Bundesjugendtreffen der Deutschen Sportjugend in Schwäbisch Gmünd, ergänzt von der Repräsentation des DAB inmitten von Sport- und Politikprominenz. Diese kann grossteils mittlerweile mit dem Begriff Aikido schon viel anfangen und kennt es vom Sehen her. So konnte sich Aikido im DAB als einzige Sportart bei der Breitensportkonferenz des Deutschen Sportbundes (DSB) den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DSB vorstellen – welch schöne Möglichkeit und Ehre zugleich, Aikido bekannt zu machen, denn es gibt zig (meist grössere) Fachverbände im DSB.

Anfang Juni dann der Internationale Pfingstlehrgang mit mir als Lehrerin. Ich hatte vor einem Jahr dem damals für die Technik und die Lehrgangsplanung zuständigen DAB-Vizepräsidenten Erhard Altenbrandt nach mehrmaliger Nachfrage zugesagt und freue mich nun schon auf das Training. Denn für mich ist das Ehrenamt im DAB eigentlich nur sinnvoll, wenn ich weiss, dass bei den administrativ Tätigen Aikido als ganzheitlicher Sport (und mehr) nicht zu kurz kommt – als Übende/r wie als Lehrer/-in.

Der DAB soll intern Probleme haben. Wie macht sich das bemerkbar?
Der Do, d.h. der Weg, ist nicht unbedingt gerade, sondern macht Kurven, birgt Steine und kleinere Schlaglöcher – Möglichkeit zu Neuem, zum Lernen, zur Reifung. Veränderungen an der Spitze des Geleitzuges bringen immer und überall Phasen des Verharrens, sich Besinnens, eine neue Ausrichtung und mehr. Das ist in der Politik so – in der allgemeinen wie in der Sportpolitik, in der Wirtschaft, in Kirchen, eigentlich in allen bedeutsamen Gesellschaftsgruppierungen. Warum also nicht beim Aikido, das zugegebenermassen durch sein Bekenntnis zur Ganzheitlichkeit, zur Einheit von Körper und Geist, zur Harmonie, zur Übertragung des Sporttreibens auf der Matte auf den Alltag hohe Ansprüche an sich stellt. Zumindest habe ich das bisher so erlebt.

Aber woran kann ich selbst Probleme festmachen? Auch nach der aktuellen Mitgliederbestandserhebung zum 1.1.01 ist deutlich: Der DAB erfreut sich einer guten Mitgliederentwicklung: Wir haben ein Gesamtplus von 4%, bei den Dangraden von 5%. Beispielsweise im mitgliederstärksten Landesverband Baden-Württemberg stehen wir an der Spitze, was den relativen Mitgliederzuwachs aller Sportarten im Landessportverband Baden-Württemberg angeht! Nur wenige Vereine hatten Mitgliederverluste, die meisten deutliche Zugewinne.

Die Technische Kommission (TK) der 15 ranghöchsten Meisterinnen und Meister des DAB wie auch die Aikido-Landesverbände haben im Vorfeld der Bundesversammlung am 9.6. die Weichen gestellt, Anträge abgestimmt und Wahlen durchgeführt. So bin ich sehr zuversichtlich, dass sich der DAB gemeinsam mit allen Landesverbänden auf einem guten Weg befindet und im Alltag immer wieder vorkommende Betroffenheiten gleichsam als Salz in der Suppe hinter dem Gemeinwohl zurückstehen.

Am 9.6. kann ich ein hervorragendes Team präsentieren, das sich der Wahl ins DAB-Präsidium stellt. Wir haben eine Mischung vom Schülergrad bis zum 5. Dan, beispielhaft sei Karl
Köppel genannt, 5. Dan aus Aalen, seit April 2001 erster Vorsitzender des Aikido-Verbands Baden-Württemberg und von der TK als Vizepräsident Technik vorgeschlagen.

Die Berufe, die die durchweg praktizierenden Aikidoka verkörpern, decken Bereiche ab, die unter ganzheitlichen Aspekten für alle Aikidoka an der Basis wichtig sind, von der Wirtschafts- über die Rechtswissenschaft hin zur Sportmedizin und Kommunikationsbranche, um Beispiele zu nennen. Wird dieses Gremium am 9.6. gewählt, ist mir nicht bange, um Aikido in Deutschland, das im DAB ehrenamtlich praktiziert und geführt wird.

Was ich bisher sehe und höre, ist, dass die Basis unserer Vereine insbesondere Wert darauf legt, dass alles unternommen wird, damit sich jeder einzelne Aikidoka weiterentwickeln kann, Lehrgänge besuchen und Prüfungen machen kann. So ist es schon ganz schön beschwerlich, wenn kurzfristige Rücktritte von höherrangigen Aikidoka aus Ehrenämtern bzw. aus Posten wie dem des Bundestrainers zu verkraften sind. Nach dem heutigen Stand ist das uns allen gemeinsam so gut gelungen, dass tatsächlich nichts ausfällt, im Gegenteil alles äusserst zufriedenstellend abläuft mit hervorragend fachlich qualifizierten Trainerinnen und Trainern, gutem Besuch, schöner Atmosphäre und ansprechenden Rahmenbedingungen. Eben allem, was Aikido attraktiv macht. Der Dank des DAB galt und gilt aus administrativen Ämtern ausgeschiedenen hochrangigen Aikido-Trainern, die den DAB dennoch hoffentlich auch in Zukunft immer noch bzw. erneut wohlwollend begleiten.

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