Yukimitsu Kobayashi Sensei

Diese Gespräch fand anlässlich der Dojoeinweihung in Cluj-Napoca in Rumänien statt. Er ist professioneller Aikidolehrer im Honbu-Dojo.


Vor dem Interview besichtigen wir Cluj/Rumänien.

Darf ich Sie fragen wie alt Sie sind?

Ja, ich bin gerade 50 geworden.

Wann haben Sie mit Aikido begonnen. Warum haben Sie mit Aikido begonnen? Können Sie sich daran erinnern?

Darf ich auf Japanisch antworten? … Ich war an der Universität, ich war 18 Jahre alt, als ich mit dem Aikido begann. Warum habe ich mit Aikido begonnen? Zuvor hatte ich ausschließlich Baseball trainiert. Budō hat mich aber sehr interessiert. In Japan lernt man in der Schule Judo oder Kendo, ich hatte in der Grund- und Mittelschule sechs Jahre lang Judo-Unterricht. Als ich dann an der Universität Sasaki-Sensei begegnete, hat mich das was er tat interessiert und ich wollte das ausprobieren. Das war Herr Masando Sasaki-Sensei. Er war früher ein Schüler von Tamura-Sensei.

Haben Sie ausschließlich von Sasaki-Sensei gelernt?

Während der Zeit an der Universität lernte ich ausschließlich bei Sasaki-Sensei, als Anfänger ist man in jeder Hinsicht neutral. Aber nach meinem Universitätsabschluss bin ich schon aus wegen der Entfernung in das Honbu-Dojo gegangen.

Heute sind sie ein professioneller Aikido-Lehrer, oder? Sie geben Kurse in einem Dojo oder unterrichten Sie im Honbu Dojo?

Ja, ich bin im Honbu Dojo, dort unterrichte ich – ich habe kein eigenes Dojo. Auch in Japan eröffnet man nicht einfach so ein Dojo – und im Honbu-Dojo unterrichten zu können ist schließlich auch eine Ehre.

Dort sind Sie als professioneller Lehrer angestellt?

Ja.

Sie werden vom Honbu Dojo bezahlt?

Ja, ja.

Ich wusste nicht, dass dieses System im Honbu Dojo existiert. Sahen Sie ausschließlich den Stil des Honbu-Dojo, oder sahen Sie sich auch andere Aikido-Stile?

Natürlich sehe ich auch andere Stile, z. B. auf Video – ganz viele verschiedene Stile.
Haben Sei auch die Videos von O-Sensei gesehen?

Ja, natürlich, leider nur auf Video, ich bin ja erst 1960 geboren.

Was denken Sie darüber ?

Das ist wunderbar! Ich kann die Techniken von O-Sensei aber nicht machen.

Ist es auch ein anderer Stil?

Das sind wundervolle Bewegungen, die Besten von allen, denke ich. Ich bin nicht der Einzige, der so denkt.

Ich frage dies, weil es andere Shihan gibt, die sagen, dass sie O-Sensei nicht verstanden haben?

Hmmm, jaaa, das verstehe ich. Aber ich denke darüber nach, wie man dahin kommen kann, dass man so etwas fertig bringt. Ich denke zu viel darüber nach und habe nur ein kleines Gehirn. (Lacht laut.)

Wann sind Sie in das Honbu-Dojo gekommen, erinnern Sie sich an das Jahr? Welche Lehrer waren zu dieser Zeit im Honbu-Dojo?

Das war 1982. [Der Übersetzer sagt: Wir sind gleich alt. – Das kann aber auch bedeuten, d. sie im selben Jahr eingetraten. Nun wird nachgedacht und geklärt, dass die Jahreszahl richtig ist. Der Übersetzer erklärt die japanische Zeitrechnung. Und Kobayashi-Sensei sagt: „Shōwa, Shōwa!“, er denkt an die notwendige Umrechnung der Daten.]
Was ist Aikido für Sie?

Für mich? Etwas ganz Großes. Alles, vom Leben angefangen, bis hin zu Allem, nicht nur die Technik. Für alle Lehrer des Honbu-Dojo gilt das. Verstehen sie das?

Was haben sie studiert?

Jura, Rechtwissenschaften, wir beide [Kobayashi Sensei meint sich und den Übersetzer]. Aber auch Aikido, viel mehr Aikido (lacht).

Ist Aikido ein größeres „Gesetz“ für Sie?

[Der Übersetzer fragt: Ist Aikido etwas Größeres als das Gesetz ? Ist es ein höheres Gesetz?
Kobayashi Sensei entfährt ein langes: „Hmmmmmm.“ Der Übersetzer antwortet selbst: „Japanische Studenten verbringen mehr Zeit mit ihren Hobbies als mit ihrem Studium – das führt zu gewissen Problemen, am Studienende. So haben wir mit dem Jurastudium begonnen, aber eigentlich haben wir Aikido studiert.“

Mit Sake?

Auch! (Lachen)

Wenn Menschen ins Dojo kommen, dann kann man nach einigen wenigen Monaten beobachten, dass aus ihnen eine andere Person geworden ist – eine andere Persönlichkeit ist entstanden. Konnten Sie dies beobachten?

Hm, ich weiß nicht ob sich der Charakter verändert hat, aber der Stil (das Auftreten) auf jeden Fall.

Hat das etwas mit Selbstvertrauen zu tun?

Hmm, ja, die Leute verändern sich, auch die Technik.
Warum ist das so?

Das ist nicht nur im Aikido so. Auch bei anderen Dingen ist es so, wenn man sehr viel übt, gewinnt man Selbstvertrauen und man verändert sich. Das ist in Deutschland doch auch so, oder nicht ?

Selbst in Frankreich.

Ach so, französisch …

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