Gespräch mit Edmund Kern aus Fürth. Gratulation zum 7. Dan lieber Edmund, von Angela Fürst aus Nürnberg.

Im April feierte die International Martial Arts Federation (IMAF) in Japan ihr 50-jähriges Bestehen. Edmund Kern war dabei und ihm wurde dort der 7. Dan verliehen.


Edmund Kern im Gespräch mit Angela Fürst.

Lieber Edmund, du kamst vor kurzem aus Japan mit der Graduierung zum 7. Dan zurück. Herzlichen Glückwunsch von mir auch im Namen aller Dojomitglieder!

Danke schön.


Anlass deiner Reise waren die Feierlichkeiten zum 50sten Jubiläum der Kokusai in Tokyo, wie wurde dies gefeiert?

Die Kokusai hat zunächst einmal ein grosses Seminar ausgeschrieben, und dieses Seminar begann in Tokyo und in Tokyo war dann auch zum
4. April eine grosse Budogala im Otakuri Palaza, bei der die gesamte Breite des Budo durch Gruppen aus ganz Japan und aus dem Ausland vorgeführt wurde. Innerhalb der Aikido-Gruppe ist mir dann die Aufgabe übergeben worden, Aikido zu demonstrieren.


Was wurde bei der Budo-Gala so gezeigt?

Die Anzahl der Budo-Künste ist um ein Vielfaches grösser als wie wir es uns hier vorstellen. Es gibt eine Vielzahl von sehr komplexen Samurai-Künsten, die in Familientraditionen gepflegt werden. Die im Einzelnen aufzuführen, würde eine ganze Seite füllen. Man kann die grossen Gruppierungen nennen: Das war Jaido, Kendo, Karate, Kobudo, Judo, Nihon Ju Jutsu, Jiu Jutsu, Yari Ryu und dann natürlich Aikido, wobei die Aikidogruppierungen aus dem Yoshinkan, Aikikai, Takemusu Aiki, Ki no Kenkyukai vertreten waren.
Deine Aikido-Demonstration kam sehr gut an, was hat dich bei der Budo-Gala am meisten beeindruckt?

Das waren die alten Kobudo Demonstrationen, die in kleinen Familientraditionen erhalten werden und eine unwahrscheinliche Komplexität aufweisen. Die Familientradition der Kawabata beinhalten ja nicht nur den Umgang mit der Katana, sondern mit Bo, Jo, Körperformen, Messertechniken und wurden in einer unwahrscheinlich perfekten Form vorgeführt.


Du hast mit erzählt, dass die Sensei der Kokusai nach deiner Demonstration gesehen haben, dass Saito Sensei dich in deinem Stil sehr geprägt hat, möchtest du zu seinem Tod etwas sagen?

Ja. Mit dem Tod von Saito Sensei steht nun ein sehr grosser Lehrer nicht mehr zur Verfügung. Durch seine Art Aikido zu lehren war es ja möglich, so dicht als möglich an O-Sensei heranzukommen und das Ursprüngliche im Aikido kennenzulernen. Für mich persönlich war das Training in Iwama und bei den europäischen Seminaren von eminenter Bedeutung für mein Verständnis von Ai-
kido. Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit hatte, für ihn in Bayern einige grosse Seminare ausrichten zu könnn. Es ist sicher für uns als seine Schüler eine grosse Aufgabe, aber auch eine Verpflichtung in seiner Lehrweise Aikido weiter zu tragen.


Dies war deine 22ste Reise nach Japan, was hast du nach deinen Tagen in Tokyo noch unternommen?

Das Seminar bei der Kokusai war in zwei Teile geteilt, der erste Teil fand in Tokyo statt mit der Budo-Gala und der Feier zum 50sten Jubiläum, der zweite Teil war dann in Ageo, dort waren wir dann noch neun Tage zum Training. Im Anschluss an die sehr intensiven Trainingstage sind wir dann zu zweit quer durch Japan gereist. Die beeindruckendsten Stationen hierbei waren Matsumoto, Kanazawa, Eihji, Kumamoto, Kagushima; alle die Städte haben wir unter dem Aspekt bereist, den Spuren der alten Meister zu folgen.

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