Hiroshi Ikeda Sensei. Teil 2

Begründer des Brigde-Seminar …


Ikeda Sensei in Cluj-Napoca-Rumänien.

Sie wurden dafür nicht bezahlt?

Richtig. Es war mehr eine Gewohnheit. Das würde es vielleicht auch erklären.
[Jemand bringt eine Tasse Kaffee.]
コヒー (kohii) [Kaffee auf Japanisch]

Anita K.: Wird Zeit für einen Kaffee.

Das ist also der berühmte Kaffee. Aber er schmeckt gut.

Anita K.: Er hatte mal einen Teeladen. (deutet auf Herrn Schwickerath)

Wirklich?

Anita K.: Ja.

Das ist wirklich schön.

AJ: Im ersten Jahr war es nur dieser Teeladen und dann wurde eine Firma daraus. Wir haben Tee importiert und exportiert …

Hatten Sie viele verschiedene Teesorten?

AJ: Ja.

Anita K.: Und dann eröffnete er ein kleines Dojo im Hinterhof des Teeladens. Man musste zuerst durch den Teeladen durchgehen, bevor man in das kleine Dojo kam.

Das ist wirklich fantastisch.

AJ: Es war wirklich sehr klein: Vierzig Quadratmeter und das ist jetzt auch schon weit über dreißig, ja ziemlich genau vierzig Jahre her.

Anita K.: Das ist ja wirklich lange. Damals habe ich nebenan gewohnt.

Wirklich?

Anita K.: Ja, ich habe im Haus nebenan gewohnt. Es war wirklich direkt nebenan.

AJ: Das war wirklich klasse, oder?

Anita K.: Ja.

Wie lange hatten Sie den Laden?
AJ: 15 Jahre und dann bin ich nach Frankreich gegangen.

Dann hat sich der Laden ja ziemlich lange gehalten. Glückwunsch.

AJ: ’72 habe ich mit Aikido angefangen und ’73 oder ’74 habe ich dann den Laden eröffnet … Wann haben Sie sich dazu entschieden, Aikido zu unterrichten?

Ich war damals auch selbstständig, aber vor drei Jahren habe ich damit aufgehört. Mein Laden trug den Namen „Bu Jin Design“, heute hat ihn ein Deutscher übernommen. Ich habe Gis, Hakamas, Waffentaschen, Waffen etc. verkauft. Bei mir zu Hause wurden sie angefertigt und dann über das Internet in alle Himmelsrichtungen verkauft. Das Geschäft lief ca. 30 Jahre.

AJ: Und wieso haben Sie aufgehört?

Aus einem ökonomischen Aspekt. Bezüglich der Ökonomie sah es wirklich schlecht aus. Vor drei Jahren erreichte sie ihren Tiefpunkt und es hat sich absolut nichts mehr rentiert. Die Waren haben sich nicht verkauft. Es war mir schier unmöglich, meine zehn Angestellten zu bezahlen und das alles, weil nichts verkauft wurde. Und das obwohl ich alles in die Qualität meiner Ware gesetzt habe. Die Waffentaschen, die wir verkauft haben, konnte man gut zwanzig bis dreißig Jahre verwenden.

Anita K.: Das ist wirklich eine sehr gute Qualität. Aber auch die Hakamas waren wirklich von sehr hoher Qualität.

Deswegen gab es auch Höhen und Tiefen. Der Grund dafür war, dass man auch wirklich nur einen kaufen musste, wenn man einen brauchte. Deswegen kauft man so etwas zu Weihnachten oder zum Geburtstag, aber es hat sich dennoch nicht rentiert. Niemand will mehr ausgeben als nötig, weswegen die Waren dann eben auch lange verwendet wurden. Also wurden unsere Waren zwar genutzt, aber es kam kein Geld in die Kasse.

Anita K.: Stimmt.

Das war es auch einer der Gründe, weswegen ich damit aufgehört habe. Das Geschäft lief dreißig Jahre gut, aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich wollte auch nicht mehr weitermachen. Wie hätte das weitergehen sollen? Mit siebzig oder achtzig kann ich mir kaum vorstellen, das immer noch zu machen.

AJ: Gibt es nicht außerdem auch genug Läden, die so etwas im Sortiment haben?

I. H.: Schon.

AJ: Ich verkaufe so etwas auch. Und ich kaufe auch nicht in Japan ein oder irgendwie so etwas. Und wir haben auch viele deutsche Käufer, obwohl das alles nur online läuft. Trotzdem ist es so, dass es manchmal gut läuft und ein anderes Mal weniger gut.

Anita K.: Deswegen sind auch die Preise nicht konstant. Manchmal sind sie höher und manchmal niedriger. Ihr Einfluss auf das Aikido ist unabstreitbar. Denken Sie, dass sich dieser Einfluss in ihrem Unterrichten in der ganzen Welt darstellt?
Mittlerweile ist es besser geworden.

Anita K.: Wie ist das zu verstehen?

Es verbessert sich, aber dennoch ist es harte Arbeit. Insbesondere in den USA ist es sehr schwierig, weil es so viele kleine Staaten gibt.

Anita K.: Stimmt.

Die Menschen reisen zwar für meine Lehrgänge extra mit dem Auto an, aber die steigenden Benzinpreise hindern auch immer mehr daran. Das Geld spielt dabei heutzutage schon eine wichtige Rolle. Auch für mich, ich muss eine Gebühr erheben. Man braucht schon Geld, von dem man leben kann. Vielleicht wissen Sie, dass es mir finanziell mal sehr schlecht ging.

AJ: Ich habe davon gehört.

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