Gespräch mit Michel Erb aus Waldighofen im Elsaß.

Ich bin viel unterwegs, jedes Wochenende bin ich wo anders, einmal hier, einmal dort um Lehrgänge zu geben oder um selbst wieder Schüler zu werden. Die Kampfkünste, sowohl die japanischen als auch chinesischen haben mich immer begeistert.


Michel Erb während des Interviews.

Wann hast du mit dem Aikido begonnen?

Vor circa 22 Jahren habe ich in Saint Louis im Haut-Rhin angefangen. Sehr schnell habe ich mit Menschen wie Claude Gentil (6. Dan) oder Yvan Lostette (5. Dan) gearbeitet. Parallel dazu auch mit Christian Tissier.

So habe ich das Aikido erlernt. 1987 und 1989 bin ich nach Japan geflogen, jeweils für drei bis vier Monate und habe im Hombu Dojo mit allen Experten, die sich dort befanden, praktiziert. Ich habe viele Seminare mit Experten in Frankreich wie Meister Tamura oder Meister Nocquet besucht, war aber auch im Ausland, in Deutschland und in der Schweiz. 1994 habe ich den 4. Dan erhalten. Ich bin regionaler technischer Beauftragter (DTR) der FFAAA für die Regionen Burgund und Franche-Comté gewählt geworden, seit zwei Jahren auch für die Lothringer Liga.

Es war auch 1994 als die deutsche Aikido Föderation (IDAIKI) mich gebeten hat, sie technisch zu unterstützen und so habe ich auch bei dieser Föderation, die von Joachim Roux aus Köln geführt wird, die Rolle eines technischen Beraters. Ich leite Lehrgänge in den drei Regionen Burgund, Franche-Comté und Lothringen, aber auch im Elsass und in Deutschland, in Frankfurt, Giessen, Köln, Dresden und Berlin. Ich bin viel unterwegs, jedes Wochenende bin ich wo anders, einmal hier, einmal dort um Lehrgänge zu geben oder um selbst wieder Schüler bei internationalen Experten wie Christian Tissier oder japanische Meister, die gerade zu besuch sind, zu werden.

Und sonst? Nun, ich leite auch technische Seminare und Lehrgänge sowie Kaderschulen, also die Ausbildung der Lehrer in den Clubs: sie werden ausgebildet Jury und Lehrer zu sein, sie werden in Pädagogik unterrichtet. Ich nehme auch an Föderalen Grad-Sitzungen teil, ich bin Teil der Jury für die FFAAA und die Diplome ersten Grades. Ich glaube, jetzt habe ich die Runde gemacht.


Was hat dich dazu gebracht mit dem Aikido zu beginnen?

Was mir schon immer im Aikido gefallen hat, war seine ästhetische Seite: die Formen aber auch der Hintergrund, also die Kunst des Kämpfens. Die Kampfkünste, sowohl die japanischen als auch chinesischen haben mich immer begeistert. Ich habe auch Karate gemacht, von 1984 an für 10 Jahre.

Soviel zur Form; was dahinter steckt, die Spiritualität und der Wunsch sich als Mensch zu vollenden ist faszinierend. Es ist eine Mischung der technischen Seite mit der Selbstverteidigung und dem menschlichen Wesen. Diese Kombination zieht mich in den Kampfkünsten so an.
Was war dein ersten Kontakt mir den Kampfkünsten?

Mein aller erster Kontakt war in Saint Louis in einem Club. Zuerst was ein Judokurs, der mich nicht so fasziniert hat. Danach kam ein Aikidokurs und die Lust war viel stärker.


Wie alt warst du?

Damals war ich 13.


Und Saint Louis?

Das ist nahe der Grenze, bei Basel. Dort habe ich gewohnt. Das war der nächste Club.


Hast du dort bis zum 1. Dan weiter trainiert?

Bis zum 1. Dan habe ich auch mit Claude Gentil gearbeitet. Ich bin lange mit ihm geblieben und er hat mir sehr geholfen. Yvan Lostette war auch von der Partie.


Und der »grosse Schritt«, die grosse Öffnung war das in Japan oder hier in Europa?

Das war schon hier. Ich muss sagen, dass Japan einen geteilten Eindruck hinterlassen hat. Japan hat mir sehr gefallen, es war schön, es hat mir erlaubt, sehr viele hochgradige Experten zu sehen, erfahrene Menschen, Senseis eines gewissen Alters und ich habe Kishomaru Ueshiba getroffen, der ehemalige Doshu und seine Generation...

Von dieser Seite betrachtet war es aussergewöhnlich. Wenn man 18 ist und nach Japan geht, das hat schon was... Aber ich behaupte nicht, das Aikido in Japan erlernt zu haben. Ich glaube nicht, dass man sich Schüler des Hombu-Dojos nennen kann, wenn man insgesamt sechs Monate dort war, so wie ich. Japan war eine exzellenten Komplement. Der Besuch hat mir erlaubt, die japanische Kultur wahrzunehmen, das Land zu sehen, das Hombu-Dojo zu erleben, aber ich behaupte keinesfalls, irgendeine japanische oder Hombu-Dojo Tradition geerbt zu haben. Ich bin Schüler von französischen Lehrern, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin und Japan war eine sehr, sehr interessante Erfahrung, aber eben nur eine Erfahrung.

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