Liebe Leserinnen, liebe Leser


 

bald ist Weihnachten …

wer denkt da nicht an Märchen …


und wer kennt nicht das Märchen von dem Mädchen »Rotkäppchen«. Im Französischen heißt das Mädchen nicht nur anders:
»le petit chaperon rouge«, sondern es bringt der Großmutter auch sehr verschiedene Dinge. Nämlich der grand-mère Butter und eine französische galette (Pfannkuchen) – dagegen erhält die deutsche Großmutter ein Stück Kuchen und Wein.
Kleinigkeiten, ja vielleicht – Aber interessant ist die Tatsache, dass das Rotkäppchen 1812 von Wilhelm und Jakob Grimm, den »Brüder Grimm«, in dem Buch »Kinder und Haus Märchen« veröffentlicht wurde.

Aber in Wirklichkeit kommt dieses kleine Mädchen aus Frankreich!
Und das ist noch nicht alles, auch
Dornröschen – la belle au bois dormant
Blaubart – Barbe bleu
Der gestiefelte Kater – Le chat botté
Aschenputtel – Cendrillon
und Der kleine Däumling – Le petit poucet

stehen in einer Märchensammlung von Charles Perrault, die im Jahre 1697 unter dem Namen »histoires ou contes du temps passé avec des moralités« (Geschichten oder Märchen vergangener Zeiten mit einer Moral von Ch. Perault) – also 115 Jahre vor denen der Brüder Grimm erschien.

Da es damals noch keine Computer, Wikipedia noch © gab und die Brüder Grimm in Kassel lebten, »die die Ersten waren« die eine »wissenschaftliche« Märchensammlung aufschrieben, die sie sich mündlich »erzählen« ließen. Von allen, die ein Märchen erzählen konnten. So hörten sie wahrscheinlich »Perrault Märchen« aus dem Mund von einer gewissen »Frau Viehmann«, aus dem Kasseler Bürgertum und von den »drei Schwestern Hassenpflug«.

All diese Erzählerinnen waren »Hugenotten«, also französischer Abstammung.

Die Brüder Grimm, die sich als Jäger volkstümlicher Überlieferungen darstellten, nahmen es  nicht so genau mit  der Herkunft ihrer Märchen, die oft aus anderen Sammlungen stammten. Wahrscheinlich wussten sie, dass einige ihrer Märchen von Charles Perrault Buch stammten, aber das mit dem Plagiat war noch recht unbekannt.
Allerdings haben sie »ihre Märchen« zeitgemäßer und pädagogischer gestaltet! So sind die abgeänderten französischen Märchen heute auch weniger grausam – in der ursprünglichen Version verlangt der Wolf, dass sich le petit chaperon rouge nackt auszieht und sich zu ihm ins Bett legt um danach aufgefressen zu werden. Das war den Brüdern Grimm zu ungehörig und wurde abgeändert um in den späteren französischen Versionen »neuzeitig übernommen« zu werden.
So doch ein wenig Moral ?


Aber wir müssen nur an Marco Polo, der im 13. JH lebte, denken – dessen Japanberichte und Chinareise mangels Historizität mehr als Zweifel an Echtheit birgt. Seine Niederschriften sind wohl eher die Erlebnisse seines Vaters Niccolò und Onkels Maffeo, die 1260 zu ihrer Asienreise aufbrachen.


Nach drei Editionen haben wir wieder eine kleine Seminarseite zuveröffentlichen. Wir hoffen, dass die Vielfalt wächst ∞



     Viel Freude mit dieser Edition.

    Die Mannschaft und Ihr

Horst Schwickerath
wünschen ein friedliches Jahresende

 

 

 

Foto: Wolfgang Fürst – www.wrfuerst.com

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