Horst Schwickerath

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Und schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, viel zu schnell, dass ich meine am Editorial für die Märzausgabe zu schreiben, zumal die Sonne sich alle Mühe gibt Frühlingsgefühle zu wecken, nicht aber eine Stimmung aufkommt, die an warme, gemütlich beheizte Stuben erinnert. Verdrängen aber hilft nicht, es ist Zeit für die Jahresbilanz: Waren die Trainingseinheiten, Prüfungen, Ukemi und Lehrgangsbesuche erfolgreich, woran muss intensiver gearbeitet werden? Bilanz ziehen auch Verbände, Clubs und private Dojos: Konnte man neue Mitglieder begrüßen, oder wird der Abwärtstrend, der leider überall zuspüren ist auch das eigene Dojo betreffen? Und dann sind da noch die Geburtstage, wie die, die unsere Schweizer und Holländischen Freunde feierten – zwei 40-jährige Jubiläen von denen wir in dieser Ausgabe mit vielen Photos berichten, aber auch von einem besonderen Ereignis in Holland, wo es ob aller Schwierigkeiten gelang, alle Verbände zu einem Verband zu einen. Woran liegt es, dass dies in Frankreich scheinbar unmöglich ist – mag man sich keine Harmonie leisten – an der Größe des Landes, mit den weltweit meisten Aikidokas kann es doch nicht liegen. Erinnere ich mich recht, ging es nicht um Aikido?


Eine Bilanz konnten auch wir vom AJ mit der letzten Ausgabe der N° 60DE ziehen – zwar gab es keine Kerzen, kein Feiern, aber mit dieser vorletzten Ausgabe überschritten wir das fünfzehnte Jahr. Ja selbst unsere französische Ausgabe geht nun in ihr neuntes Jahr.

So bleibt in unserem Rückblick „unsere Philosophie der Offenheit“, der Punkt N° 1.

Offenheit, ein schönes Wort mit vielen Inhalten – gerne wird sie zur Darstellung genutzt. Darstellung die zur Begeisterung bis hin zur Bewunderung führt.


Aikido verbreitete sich in den ca. letzten 45 Jahren über den Globus aus und schon bald feiern einige ihr „50-jähirges“… Trotzdem ist Aikido eher vom Namen her bekannt und weniger vom Inhalt. Aikidolehrer finden sich so viele, wie Dojos erbaut werden… nur kann das Lehren sich sehr beschwerlich gestalten, wenn es dem Meister an einer fundierten Ausbildung mangelt. Doch dieses zu akzeptieren fällt wohl schwer, so gibt es allzu schnell ein Eigenleben – getreu dem Soziologen Thomas Theorem: Wenn Menschen Situationen als wirklich definieren, entsteht daraus eine ganz eigene Wirklichkeit.



Über diese Wirklichkeit stolpern Sie im Artikel „Budoverbot ein Mythos“, ein Essay, der sicherlich anregen könnte.

Nach langem Suchen gelang es mir, eher zufällig, über ein Medium, dass ich eigentlich ausschloss, an eine Tatamibekanntschaft aus den Anfängen der 70iger Jahren heranzukommen – so können Sie ein Interview mit der frühren Fernsehansagerin Elftraud von Kalckreuth lesen.

Es ist eine interessante Erfahrung, nach vielen Jahren auf jemanden zu stoßen – scheinbar automatisch legt sich innerlich ein Hebel um, es sprudeln Erinnerungen…

Weiter lesen Sie ein zweites Interview mit Uwe Götze, einem Tierarzt aus Freiburg, der sich heute noch auf die Suche begibt, um tiefere Inhalte in seinem Unterricht zu vermitteln.


Diejenigen unter Ihnen, die unsere Internetseite besuchen, wissen, dass wir nach dem katastrophalen Erdbeben in Sumatra zur Spende aufriefen – immerhin sind nun über 2’000Euro eingegangen! Wir werden noch in diesem Jahr diesen Aufruf beenden und unser Leser Dr. Jörg Bernsdorf kümmert sich schon um die Formalitäten, für eine korrekte Abwicklung. Wir werden Ihnen davon berichten.


Wir wünschen wir Ihnen schöne Feiertage eine gute Jahresbilanz und einen guten Start in das kommende Jahr


Kampei



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